Das erste Schneeabenteuer mit Skiern am Rolli und meinem Outdoor-Rollstuhl.

Mobil mit dem Quadrix-Outdoor-Rollstuhl im Schnee. Berge sind im Hintergrund zu sehen.

Wenn man im Rollstuhl sitzt oder auf einen Rollstuhl angewiesen ist, ist der Winter nicht unbedingt die bevorzugte Jahreszeit.
Eis und Schnee und Rollstuhlräder vertragen sich normalerweise nicht so gut.
Ich habe in diesem Jahr meinen ersten Winterurlaub gemacht. Möglich war dies nur mit Hilfe meines Quadrix Outdoor Rollstuhl und kleinen Ski für unter die Vorderräder meines Rollstuhls.

Mobil mit Rollstuhl im Schnee? Kann funktionieren!

Ich hätte nie gedacht, dass das alles so gut klappt. Allerdings funktioniert das mit einer Begleitperson überhaupt erst richtig. Zumindest bei mir. Es kommt natürlich darauf an, wie fit du bist. Ob du ALLES alleine schaffst oder ob du bei jedem Griff Hilfe benötigst.

Ich gebe es zu, wenn ich in Urlaub fahre, dann ist das Auto immer sehr voll gepackt! Der Rollstuhl muss mit, die Krücken müssen mit, Sitzkissen muss mit und die kleinen Ski (Wheel Blade S) für meinen Rollstuhl (im Winter).
Der Outdoor-Rollstuhl muss mit. (Eigentlich immer!) Und natürlich ganz viele Klamotten. Da ist ein großes Auto, sehr hilfreich!
Dreiviertel der Fläche beanspruche ich! Mein Mann braucht einfach nicht so viel. 😉

Wir waren in Südtirol. Auf der Seiser Alm. Es ist wunderschön, dort oben!
Die Berge, der Blick, die Ruhe … Einfach traumhaft.
Um die Natur richtig genießen zu können, möchte ich in ihr unterwegs sein. Aktiv erleben. Mit dem Rollstuhl in den Bergen, das kannst du dir vorstellen, ist nicht so einfach. Wir haben es versucht. Das erste mal im Schnee. Mit Einschränkungen hat es super geklappt! Und mit einer ungewöhnlichen Idee, war es sogar möglich, im Schnee auf den Berg zu fahren.

Rollstuhl, Schnee und Ski = Spaß!

Am ersten Tag waren wir mit dem Rollstuhl und den Ski (Wheel Blades S) unterwegs. Das hat super geklappt, da die Wege durch große Maschinen gewalzt waren und relativ fest. Wir hatten keinen Tiefschnee.
Also, die Mountainbikeräder auf den Rolli gesteckt, die kleinen Ski unter die Vorderräder geschnallt und los ging’s.
Mein Mann hat mich geschoben, wenn ich alleine nicht fahren konnte. (Bergauf schaffe ich nicht.) Die kleinen Ski sorgen dafür, dass die Vorderräder nicht einsinken. Man kann richtig schön über den Schnee gleiten. Durch die grobe Mountainbike-Bereifung war das Antreiben des Rollstuhls gut machbar.
Ich konnte sogar ein bisschen bergab fahren und trotzdem noch steuern. Nur, ohne meinen Mann, wäre ich nie wieder nach oben gekommen. Er kam ganz schön ins Schwitzen beim Schieben. 🙂 Skigebiete sind eben nicht für Rollstühle gemacht. Leider.

Ein Rollstuhl im Schnee mit Wheel Blade Skiern unter den kleinen Vorderrädern des Rollstuhls.

Dennoch hat es Spaß gemacht! Es ist immer ein Glücksgefühl, in der Natur zu sein. Die Kälte zu spüren (es waren teilweise -18°), die Weite und die Erhabenheit der Berge zu erleben. Dieses glitzern im Schnee, wenn die Sonne darauf scheint. Einfach traumhaft.

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Mein Outdoor-Rollstuhl und ich – Dreamteam!

Eine Ski-Loipe und ein Wanderweg im Schnee in den Bergen. Rechts und links stehen Bäume.

Am nächsten Tag haben wir voller Vorfreude den Quadrix ausgepackt und versucht hinterm Haus einen leichten Berg hochzufahren, um auf ein wunderschönes Plateau zu kommen.
Das hat leider nicht geklappt! Obwohl ich Stollenbereifung auf dem Outdoor Rollstuhl habe, sind die Räder durchgedreht. Es war einfach zu glatt. Ich war maßlos enttäuscht und dachte, das war es jetzt. Ich werde die ganze Zeit im Hotel sitzen müssen. Einfach, weil mal nicht weit weg kommt. (In der Ebene geht das ja mit dem Rollstuhl, sobald eine Steigung oder ein Gefälle kommt, ist man hier extrem beschränkt.) Auto fahren ist zwischen 10 und 17 Uhr nicht erlaubt auf der Seiser Alm. Außer man besorgt sich rechtzeitig eine Ausnahmegenehmigung. Mit der darf man als Rollifahrer auch tagsüber fahren. Nur … man kommt nicht überall hin! Manchmal muss man über 6 (!) Pisten fahren um zu einer Hütte zu kommen. Das haben wir uns nicht getraut. Im Sommer ist das einfacher.

Nach einigem Hin und Her fiel mir ein, dass irgendjemand mal gesagt hat, man könne Kabelbinder um die Räder wickeln und hätte so etwas Ähnliches wie Schneeketten. Nur, wo sollten wir bitteschön Kabelbinder herbekommen? Mitten in den Bergen.
Zufällig hörte ein Mann neben uns unser Gespräch und sprach uns darauf an. Er gab uns den Tipp, in einem Ort in der Nähe gäbe es Kabelbinder zu kaufen. Das fand ich toll!
Wir machten uns am nächsten Tag auf, um welche zu kaufen. Und eine Zange zum Abzwicken der Enden. Wer hat schon im Urlaub so etwas dabei? Wir nicht!

Wie du auf den Fotos sehen kannst, sind die Kabelbinder ganz einfach anzubringen. Man wickelt sie einfach um das Rad und schneidet sie ab. Wir haben ca. 16 Stück pro Rad angebracht.

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Ich war am Anfang sehr skeptisch und hätte nicht gedacht, dass die Kabelbinder so gut funktionieren! Wir kamen tatsächlich den Berg hoch und sind ungefähr 7 km weit durch den Schnee gefahren.
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, gemütlich spazieren zu fahren. Mit meinem Mann mithalten zu können … ein Glücksgefühl!
Ab und zu ging es dann schon mit mir durch und ich musste ein bisschen herum sausen. Klasse! So viele Glücksmomente zu sammeln, in dieser traumhaft schönen Umgebung, das war ein Geschenk!

Ich fahre mit dem Quadrix Outdoor-Rollstuhl den Schneebedeckten Hügel hoch.
Hier erkennt man ganz gut, wie hügelig es teilweise war. Mit dem normalen Rollstuhl unmöglich machbar.

Ich musste trotzdem vorsichtig fahren und zu steil durfte es auch nicht werden. Denn dann rutscht der Quadrix.
Wir hatten eine wunderschöne Zeit und ich hätte nie gedacht, dass ich das mal erleben darf.
Schau dir die Bilder an, braucht es dazu mehr Worte? Es war einfach genial!

Die Kabelbinder an sich sind sehr hart. Und durch die Kälte sind einige gebrochen und unterwegs abgefallen. Natürlich haben wir sie eingesammelt und mit nach Hause genommen. Durch den Schnee waren die schwarzen Bänder gut zu sehen. Zum Glück hatten wir Ersatz dabei und haben mehrmals welche nachgerüstet.

Das Ganze ist noch nicht perfekt. Aber ein Anfang!

Hast du schon einmal Schneeketten für Fahrräder gesehen? Wenn ja, schreib mir! Ich suche noch welche.

Es gibt von Schwalbe Mäntel mit Spikes drin. Die möchte ich mal ausprobieren. Den hier z.B.: Affiliate-Link * Ice Spiker Pro 16 Zoll.
Der müsste auch auf ein Vorspannrad passen. Damit kommt man vielleicht besser über glatte Straßen.

Hast du damit Erfahrung? Ich bin total neugierig, wie du mit so einer Situation umgehst.

Ich habe wieder einmal gemerkt, dass man sich nicht begrenzen lassen darf.
Wir müssen mehr um die Ecke denken, als Menschen ohne Behinderung.
Warum also nicht mal einer verrückten Idee folgen?
Es könnte etwas Schönes daraus entstehen.

Erzähl mir gerne von deinem Winterabenteuer im Rollstuhl. Ich bin sehr gespannt.

(* Bei Links zu Produkten handelt es sich normalerweise um Affiliate-Links. Ich erhalte also eine Provision, wenn du darüber etwas kaufst. Für dich ändert sich dadurch am Preis natürlich nichts!)

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